Aussicht von Guatapé
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Kolumbien Rundreise: Alles was du wissen musst!

Bei Kolumbien denken die meisten an die Kokain-Mafia und ein Land, welches äußert gefährlich ist. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Kolumbien gilt inzwischen als eines der sichersten Länder in Lateinamerika und ist sogar sicherer als Mexiko. Und doch ist es nicht gerade das beliebteste Land Lateinamerikas. Zu Unrecht, wie ich finde, denn Kolumbien ist ein noch recht unentdecktes Paradies und hat landschaftlich sehr viel zu bieten: Von traumhaften Stränden an der Karibikküste über hübsche Kolonialstädte und Kaffee-Plantagen bis hin zum Amazonasdschungel und einer rauen Pazifikküste.

Nach Kolumbien zog es mich während meiner dreimonatigen Reise im Frühjahr 2016. Fünf Wochen sind eine Freundin und ich durch Kolumbien gereist, haben dabei viele herzliche Kolumbianer*innen getroffen, waren wandern, haben tauchen gelernt und uns an Salsa tanzen versucht. Warum auch du Kolumbien unbedingt auf deine Reiseliste packen solltest, erfährst du jetzt.

Wann ist beste Reisezeit für eine Rundreise durch Kolumbien?

Kolumbien ist in etwa dreimal so groß wie Deutschland und liegt im Nordwesten von Südamerika, wodurch es sowohl an die Karibik als auch an den Pazifik grenzt. Im Südwesten grenzt Kolumbien an Ecuador und Peru, im Südosten an Brasilien, im Nordosten an Venezuela und im Nordwesten an Panama. Durch die Nähe zum Äquator und zum Amazonasgebiet hat es ein sehr feucht-tropisches Klima, welches jedoch je nach Höhenlage variiert. 

In Kolumbien gibt es nur zwei Jahreszeiten: Sommer und Winter. Die Trockenzeiten sind von Dezember bis März und Juli bis August, was gleichzeitig auch die Hauptreisezeit ist. Kolumbien kannst du jedoch aufgrund nicht großartig schwankender Temperaturen das ganze Jahr über bereisen. Lediglich durch die Höhenunterschiede im Land kommen Temperaturunterschiede zustande, auf die du eingestellt sein solltest, sofern du in diese Regionen (z.B. die Anden) reisen möchtest. Die beste Reisezeit für die Anden ist von Dezember bis April. Die Kolumbianer*innen reisen selbst auch sehr gerne, wodurch es besonders um Ostern und um Weihnachten sehr voll werden kann. Wir waren im Mai/Juni in Kolumbien unterwegs und hatten während unserer fünfwöchigen Reise kaum Regentage. Daher musst du nicht zwangsläufig während der Hauptreise- und Trockenzeit reisen. 

Anreise | Flug

Einer der internationalen Flughäfen von Kolumbien befindet sich in der Hauptstadt Bogotá. Dieser wird aus Europa auch am häufigsten angeflogen und liegt mit rund 70 Flugzielen ganz oben auf der Liste der Flughäfen. Kolumbien hat allerdings noch viele weitere Flughäfen. Da wir nicht aus Deutschland angereist sind, sondern von Peru über Leticia kommend, sind wir am Flughafen in Cali gelandet. Neben Bogotá und Cali könnt ihr auch in Medellín, Cartagena oder Barranquilla landen. Schaut am besten auf einer Vergleichsplattform wie Opodo, welcher Flughafen für euch am besten zu erreichen ist und welcher Startpunkt für eure Reise am meisten Sinn macht. Ein Flug von Deutschland mit einem Stopp dauert knapp 15 Stunden aufwärts. Mit einem Direktflug könnt ihr von Frankfurt/Main auch schon in 10 Stunden in Kolumbien sein. 

Sicherheit

Vor Abreise habe ich oft die gleiche Frage gestellt bekommen: Wie gefährlich ist Kolumbien und ist es überhaupt sicher genug für zwei junge Mädels Kolumbien auf eigene Faust zu erkunden? Ich kann euch vergewissern, dass Kolumbien sicher genug ist, um es auf eigene Faust zu erkunden. Wie bereits oben erwähnt, ist Kolumbien inzwischen eines der sichersten Länder in Lateinamerika. Natürlich solltest du, wie auch in jedem anderen Land, gewisse Viertel in Großstädten meiden. Welche Viertel das in der jeweiligen Stadt sind, erfahrt ihr in eurer Unterkunft. Zudem sind die Städte und Hauptverkehrsstraßen inzwischen auch sehr gut bewacht und mit ein bisschen Vorsicht und Vernunft bringst du dich gar nicht erst in eine gefährliche Situation. Das gilt für kolumbianische Städte genauso wie für Berlin, Amsterdam oder Lissabon.

Vor Ort wurde uns immer wieder geraten den kolumbianischen Teil des Amazonasgebiets aus Sicherheitsgründen zu meiden. Informiert euch daher bitte vorher, ob es inzwischen sicher im kolumbianischen Dschungel ist oder verlegt eurer Dschungelabenteuer in den peruanischen Teil des Amazonas. 

Mit den Spanischkenntnissen verhält es sich wie in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern: Sie helfen dir enorm weiter, egal wie schlecht deine Kenntnisse zu sein scheinen.  Mit guten Spanisch-Kenntnissen ist es natürlich leichter, aber die Einheimischen freuen sich auch schon sehr, wenn du nur einige wenige Worte sagen kannst. Die Basics solltest du aber dennoch draufhaben, damit du ggf. nach dem Weg zur Bushaltestelle fragen kannst. Auch für Inlandsflüge o.ä. ist es hilfreich, denn selbst an sehr touristischen Orten spricht kaum jemand Englisch. 

Visum

Handelt es sich um einen touristischen Aufenthalt, brauchst du, wie für viele andere Länder, auch für Kolumbien kein Visum vorher zu beantragen. Du kannst mit dem Visum, welches du am Flughafen erhältst, 90 Tage im Land bleiben. Möchtest du deinen Aufenthalt verlängern, ist dies ohne Probleme um weitere 90 Tage in jeder größeren Stadt Kolumbiens über die Migración Colombia möglich. Für EU-Bürger gelten dieselben Einreisebestimmungen, wie für deutsche Staatsangehörige. 

Wichtig für die Einreise ist ein Ausweisdokument, welches für mindestens die gesamte Aufenthaltsdauer in Kolumbien gültig ist. Das Ausweisdokument kann ein Reisepass oder auch ein vorläufiger Reisepass sein. Empfohlen wird jedoch, dass der Reisepass noch mindestens sechs Monate nach Einreise Gültigkeit hat. Solltest du über die USA oder Kanada fliegen, benötigst du meistens ein ETA- oder ESTA-Formular, wofür ein vorläufiger Reisepass nicht ausreicht. 

Transport

Kolumbien besitzt ein sehr gut ausgebautes Busliniennetz, da Busse das Hauptverkehrsmittel des Landes sind. Das erleichtert natürlich auch Reisenden den Weg durchs Land. Allerdings heißt ein gut ausgebautes Busliniennetz nicht, dass du auch schnell von A nach B gelangst. 

Solltest du dich, wie wir, für den Bus als Haupttransportmittel entscheiden, wirst auch du sicher positiv überrascht vom Komfort der Busse sein. Die Fernbusse auf Kolumbiens Straßen sind sehr komfortabel. Bei längeren Strecken empfehle ich einen Nachtbus zu wählen, weil du so nicht nur kostbare Reisezeit sparst, sondern auch noch eine Übernachtung. Du solltest dir auf jeden Fall warme Kleidung bei längeren Busfahrten einpacken, da die Klimaanlage meistens die gesamte Strecke läuft. 

Einige Strecken sind wir zudem auch geflogen, zum Beispiel von Leticia nach Cali. Das ist eine sehr zeitsparende Alternative. Zudem sind die Preise teils nah an den Buspreisen, wenn du nicht gerade zur Hochsaison reist. Besonders lohnt es sich direkt auf der Webseite der Airlines VivaColombia, Avianca und Latam Airlines nach Flügen zu schauen. 

Neben dem Flugzeug und dem Bus kannst du auch Mini-Busse/Colectivos oder Touristenshuttle buchen. Mit diesen Transportmitteln haben wir allerdings keine Erfahrung gemacht. 

Kosten

Die Währung in Kolumbien ist der kolumbianische Peso (COP), wobei 1 € ca. 4.178 CPO entspricht. Du kannst Kolumbien relativ günstig im Vergleich zu manch anderen lateinamerikanischen Ländern bereisen. Peru ist im Beispiel zu Kolumbien noch etwas günstiger, Costa Rica ist im Vergleich deutlich teurer. Somit bildet Kolumbien aus meiner Erfahrung ein gutes Mittelmaß.

Wir haben ausschließlich in Hostels oder Guesthouses geschlafen, welches die Kosten der Unterkünfte deutlich senkt, denn ein Bett in einem Dorm kostet ca. 8 – 10 €. Zudem haben wir in Cali via Couchsurfing bei einer kolumbianischen Familie geschlafen. Das kann ich auch nur jedem ans Herz legen, der ein bisschen mehr die jeweilige Kultur kennenlernen möchte. Das Geld, was wir bei Unterkünften gespart haben, haben wir für Inlandsflüge oder Aktivitäten wieder ausgegeben. Solcher „Luxus“ fällt bei einer Reise in Kolumbien eher ins Gewicht als Verpflegung oder Transport (Bus). Für gute 2 € bekommt ihr bereits ein gutes, einheimische Essen, ein Bier kostet 0,60 €, Kaffee gibt es für rund 1 € und eine Flasche Wasser für 0,20 €. 

Bei den Buspreisen variiert es je nach Strecke. Nimmst du von Medellín nach Barranquilla den Bus, braucht dieser nicht nur 12 Stunden, sondern kostet auch 35 €. Ein Bus von Barranquilla nach Santa Marta kostet hingegen nur 3 €, benötigt aber auch nur 2 Stunden für die weitaus kürzere Strecke. 

Insgesamt habe ich für die fünf Wochen in Kolumbien rund 900 € ausgegeben. Du kannst aber weitaus günstiger reisen, wenn du weniger Inlandsflüge buchst als ich. 

Reiseroute

Cali – Bogotá – Medellín – Guatapé – Santa Marta – Barranquilla – Casa en el Agua – San Andrés – Cartagena 

Die schönsten Orte in Kolumbien | Meine Highlights 

Du fragst dich sicherlich, was Kolumbien ausmacht? Warum schwärmen so viele von Kolumbien, obwohl das Land einen eher schlechten Ruf hat? Ich hoffe, dass du nach meinen Highlights weißt, was Kolumbien zu bieten hat und warum das Land definitiv auf deine Bucketlist sollte. Wenn du vor hast, nach Kolumbien zu reisen, plane am besten Minimum drei bis vier Wochen, damit du zu mindest einen Teil der Vielfalt Kolumbiens erleben kannst. Nun aber zu dem, was du unbedingt in Kolumbien gesehen haben solltest.

Cali – die Stadt des Salsas 

Cali, die Hauptstadt des Salsas, war unser erster Halt auf der Reise durch Kolumbien. Sie ist etwas kleiner als Bogotá und Medellín, wodurch es hier durchaus ruhiger zugeht. Dennoch ist Cali die drittgrößte Stadt Kolumbiens. Cali ist nicht nur die Stadt, wo wir versuchten Salsa zu tanzen, sondern auch die Stadt, in der wir via Couchsurfing.de bei einer kolumbianischen Familie wohnten. Der Sohn dieser Familie nahm uns einen Abend auch mit in seine Stamm-Salsa Bar. Ich war überwältigt, wie voll die Tanzbar war und wie viel Platz doch alle für die Salsa-Tänzer*innen machten. Es dauerte keine 2 Minuten und wir wurden zum Salsa tanzen aufgefordert. Ich versuchte mein Glück, doch scheiterte kläglich an deren Geschwindigkeit. Jedoch ist es beeindruckend, mit wie viel Leichtigkeit die Kolumbianer*innen das Tanzbein bei der Geschwindigkeit schwingen.  

Neben einer Salsa Bar, solltest du auch einen Abstecher in den traditionellsten Stadtteil „San Antonio“ machen. San Antonio ist inzwischen auch das hipste Viertel und liegt auf einem Hügel, von dem du bei Nacht über die gesamte Stadt gucken kannst. Ganz oben auf dem Hügel befindet sich ein Park, in dem abends sehr viele junge Leute sitzen. Außerdem gibt es in San Antonio noch zahlreiche gute Restaurants und Cafés. 

Von Cali sind wir noch in die nördlich liegende Kleinstadt Buga gefahren, wo wir eine Nacht verbracht haben, bevor es nach Salento ging.

Salento: Wachspalmen und Kaffeeplantagen

Die Fahrt dauert mit dem Bus ca. 3,5 Stunden und kostet 4-8 €. Salento bietet den Ausgangspunkt für zahlreiche Touren zu Kaffeeplantage und grünen Berglandschaften mit Wachspalmen. Die kleine Ortschaft selbst ist aber auch einen Spaziergang wert, denn viele Häuser sind wundervoll bemalt und schön verziert. Der Hauptgrund für unseren Besuch in Salento waren jedoch die Wachspalmen im Tal „Valle de Cocora“. Das Tal ist weltweit bekannt, da es die größten Palmen der Welt beherbergt. Es wirkt fast surreal, wie die Landschaft mit den riesigen Palmen und grünen Hügeln vom Nebel eingehüllt ist. Die Wanderung im „Valle de Cocora“ solltest du dir definitiv nicht entgehen lassen! Du gelangst direkt von Salentos zentralem Platz mit einem Jeep zum Palmental. Von dort startest du die Tour zu einer Hütte mit Hunderten von Kolibris. Auf dem Weg gehst du durch grüne Wiesen, neblige Wälder und über Hängebrücken. 

Unterkunft in Salento

In Salento haben wir für 2 Nächte im Luciérnaga Salento Food Drinks Music Hostel übernachtet und zusammen 26 € gezahlt. Das Hostel hat die besten Kissen und Bettdecken! Ich hatte lediglich in einem anderen Hostel auf meinen ganzen Reisen so ein bequemes Bett.  Das Hostel ist neben Mehrbettzimmern auch mit Doppelzimmern ausgestattet.

Bogotá – die Hauptstadt Kolumbiens 

Bogotá liegt auf einer Höhe von 2.640 Metern und kann mit den 6,8 Millionen Einwohnern erstmal etwas überwältigend wirken. Suche dir am besten im historischen Viertel La Candelaria eine Unterkunft. Hier ist es am sichersten und die Gegend ist der perfekte Ausgangspunkt für alle Aktivitäten in und um Bogotá. Frage bei deiner Unterkunft auf jeder Fall nach einer „Free Walking Tour“. In Kolumbien haben wir mehrere dieser Touren gemacht, denn es gibt sie in so gut wie jeder Stadt. Die Stadtführung ist insofern umsonst, dass du vorab nichts bezahlst und hinterher das zahlst, was dir die Tour wert ist. Neben der „Free Walking Tour“ gibt es in Bogota auch eine Graffiti Tour. Wenn du ein genauso großer Fan von Streetart bist, wie ich, solltest du diese Tour auf keinen Fall verpassen!

Den besten Aussichtspunkt in Bogotá bietet der Berg Monserrate mit einer Höhe von 3.000 Metern. Dieser liegt direkt neben der Stadt und oben befindet sich eine kleine Kirche. Du hast drei Möglichkeiten auf den Berg zu gelangen: zu Fuß, per Zahnradbahn oder per Seilbahn. Bei der Seilbahn hast du die beste Aussicht. Der Fußmarsch hinauf ist nur zu Zeiten möglich, in denen die Polizei den Weg bewacht. Daher informiere dich am besten vorher, zu welchen Zeiten das der Fall ist. Bist du erstmal oben, wirst du mit einem Top Ausblick über Bogotá belohnt. 

Unterkunft in Bogotá

Übernachtet haben wir im Masaya Bogotá. Für 3 Nächte haben wir zusammen 56 € gezahlt. Auch in diesem Hostel gibt es neben Mehrbettzimmern private Zimmer. Im überdachten Innenhof kannst du das Frühstück genießen oder entspannen. Das Hostel hat eine sehr gute Lage, denn es ist zentral im Viertel „La Candelaria“ und nur ein paar Schritte vom Platz „Chorro de Quevedo“, wo viele Restaurants und Bars sind. 

Medellín – Die Stadt von Pablo Escobar

Medellín ist umgeben von grünen Bergen und allein bei der Anfahrt mit dem Bus hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Tal mit den unzähligen Wolkenkratzern. Medellín gilt als eine der sichersten Städte Kolumbiens und ist mit einer modernen Metro und Seilbahnen sehr gut vernetzt. Auch in Medellín haben wir nach Ankunft erstmal eine Stadttour gemacht und haben dadurch einen super Überblick über die Stadt erhalten. Informiert euch hier am besten auch wieder direkt bei eurer Unterkunft.

Aktivitäten in Medellín

Da wir zu meinem Geburtstag in Medellín waren, wollten wir unbedingt Paragliden gehen. Dass Medellín ein absoluter Paragliding-Hotspot weltweit ist, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Für rund 50 € könnt ihr einen 20-minütigen Tandemflug über die Stadt und angrenzenden Berge buchen. Die Aussicht ist der Wahnsinn. Ich musste den Flug jedoch leider nach 10 Minuten abbrechen, da mir relativ schnell übel wurde. Dennoch hat sich der Tandem-Flug auch für die 10 Minuten gelohnt, denn die Aussicht bekommst du so woanders in Medellín definitiv nicht.

Neben der „Free Walking Tour” kannst du auch noch Touren in die Favelas buchen. Achte dabei jedoch darauf, dass du in die Favelas wirklich nur mit einer geführten Tour gehst, denn einige Favelas sollten auch heute noch gemieden werden. Selbiges gilt für Touren rund um Pablo Escobar. Durch die Berühmtheit, die Medellín durch Pablo Escobar erlitten hat, gibt es einige Touren, die den Spuren des Drogenhandels folgen. Doch Achtung! Nicht alle Touren hierzu sind seriös und sicher. Da Medellín immer noch zum Drogenhandel genutzt wird, wenn auch nur im Untergrund, gibt es immer noch „Anhänger“ von Pablo Escobar, die eben solche Touren anbieten. Da diese nicht unbedingt ungefährlich sind, brauche ich dir sicher nicht zu erzählen. Frag hier am besten in deiner Unterkunft nach, welche Tour du buchen solltest.

Unterkunft in Medellín

In Medellín haben wir zwei Nächte im Purple Monkey Hostel verbracht. Ein Bett im Schlafsaal bekommst du hier ab 6 €. Ein Doppelzimmer ab 20 €. Das Hostel ist wirklich sehr sauber und es herrscht eine tolle Atmosphäre. Es gibt eine Dachterrasse samt Bar, die auch stets gut besucht ist. Möchtest du anschließend in eine andere Bar, sind diese in ca. 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Obwohl das Hostel gut besucht und in guter Lage ist, ist es ruhig und du kannst auch gut einen Abend entspannen, ohne großartig gestört zu werden. 

Guatapé – der wohl bunteste Ort in Kolumbien

Die sehr kleine und farbenfrohe Ortschaft Guatapé liegt etwa 90 Kilometer von Medellín entfernt. Die Landschaft um die Gemeinde herum ist geprägt von Seen, Wäldern und Felsformationen. Nicht nur eine surreale Landschaft wartet dort auf dich, sondern auch der einzige Monolith weit und breit, der liebevoll El Peñol oder auch La Piedra genannt wird. Guatapé darfst du dir auf keinen Fall entgehen lassen! 

In Guatapé sind alle, und damit meine ich wirklich alle, Häuser in den unterschiedlichsten Farben bemalt. Es gibt wirklich kaum eine Wand, die nicht bemalt ist. Was jedoch schon von weitem heraussticht ist der Monolith „El Peñol“. Die Einheimischen nennen diesen Felsen auch „die beste Aussicht der Welt“. Um die Aussicht genießen zu können, musst du jedoch erstmal die 675 Treppenstufen hinaufsteigen, denn es gibt keinen Aufzug. Doch eins kann ich dir versprechen, die Panoramaaussicht über die Seenlandschaft ist abartig schön und jede Treppenstufe ist es wert. 

So ganz ohne einen kleinen von Pablo Escobar zu bekommen, wollten wir Kolumbien allerdings nicht verlassen. Deshalb buchten wir eine Paintball-Tour auf dem Gelände der ehemaligen Villa von Pablo Escobar. Von der Villa sind nur noch ein paar Mauern und andere Überreste übrig, was es wiederum ideal zum Paintball spielen macht. Bevor gespielt wurde, gab es noch eine Tour über das Gelände. Im Großen und Ganzen auf jeden Fall eine coole Erfahrung, auch wenn Paintball definitiv nicht eines meiner liebsten Spiele ist. 

Für Guatapé habe ich unsere Unterkunft leider nicht in unseren Unterlagen wiedergefunden und kann dir daher auch keine Empfehlung geben. 

Santa Marta

Endlich angekommen an der Karibikküste. Von Medellín erreichst du Santa Marta in knapp 1,5 Stunden mit dem Flugzeug. Mit dem Bus beträgt die durchschnittliche Reisezeit knapp 16 Stunden. Das war tatsächlich auch der Grund, weshalb wir geflogen sind. Denn vor allem preislich gibt es kaum einen Unterschied, wenn du den Flug rechtzeitig buchst. Für den Bus zahlst du im Schnitt 55 €, für einen Flug kannst du mit etwas Geschick nur 50 € zahlen (zzgl. Gepäck, falls du Aufgabegepäck hast). Vergleiche am besten via Opodo rechtzeitig die Flüge.

Santa Marta ist an sich recht unspektakulär. Allerdings ist Santa Marta mit rund 500.000 Einwohnern die elftgrößte Stadt Kolumbiens und ein sehr guter Ausgangspunkt für Touren nach Taganga, Minca und in den Tayrona Nationalpark. Wir buchten in Santa Marta einen Tauchkurs, denn wir wollten den Open Water Scuba Tauchschein absolvieren.  Mit der Tauchschule fuhren wir an einen abgelegenen Strand im Tayrona Nationalpark und blieben das gesamte Wochenende dort. Wir schliefen in Hängematten und starteten von der Bucht aus unsere Tauchausflüge. Das Tauchgebiet ist gerade für Anfänger geeignet, da an den meisten Spots kaum Strömung herrscht. 

Unterkunft in Santa Marta

2 Nächte sind wir in Santa Marta geblieben und haben diese im Masaya Hostel Santa Marta verbracht. Bezahlt haben wir hierfür zusammen 32 €. Das Masaya Hostel hat neben Dorms auch private Zimmer mit eigenem Bad. Wir haben den Aufenthalt hier sehr genossen, da das Hostel eine riesige Dachterrasse mit Pool und einer tollen Aussicht über die Dächer von Santa Marta bietet.  

Tolú und Casa en el Agua

Um einmal richtig abzuschalten, haben wir uns das Casa en el Agua ausgesucht. Denn zumindest in 2016 gab es hier weder Netz noch Internet. 

Beim Casa en el Agua handelt es sich um ein Eco-Hostel in der Karibik. Das Hostel ist aus Holz und schwimmt inmitten der Karibik. Zum Casa en el Agua gelangst du, wie wir, von Tolú, oder von Cartagena. Im Hostel selbst hast du die Wahl zwischen einem Privatzimmer, einem Bett im Schlafsaal oder einer Hängematte. Verpflegung bekommst du ebenfalls im Hostel, denn hier wird jeden Tag frisch gekocht und die hosteleigene Bar versorgt dich mit Getränken deiner Wahl. 

Der Aufenthalt im Casa en el Agua war definitiv eines meiner Highlights der Reise. Zwei Nächte reichen hier aber dann auch vollkommen aus, da du nicht großartig mehr machen kannst, als dich treiben zu lassen. 

San Andrés

San Andrés ist eine kleine karibische Insel, die unmittelbar in der Nähe von Nicaragua liegt, jedoch zu Kolumbien gehört. Wir sind mit der Airline Vivacolombia von Cartagena geflogen und waren innerhalb kürzester Zeit auf San Andrés. Wir schliefen im Viajero San Andrés Hostel, blieben drei Nächte und zahlten dafür zusammen 77 €. 

Die Insel ist mit rund 26 km2 relativ schnell erkundet, doch gerade für Taucher und Strandliebhaber ein echtes Paradies. Allerdings ist es inzwischen kein Geheimtipp mehr und die Insel kann daher je nach Saison auch ziemlich voll sein. Es gibt einige Sehenswürdigkeiten auf der Insel, doch wir haben uns tatsächlich einfach treiben lassen, lagen viel am Strand, waren schnorcheln und auch mehrere Male tauchen. Eine Sehenswürdigkeit ist allerdings wirklich der Rede wert, und zwar das Rocky Cay. Hierbei handelt es sich um ein halb versunkenes Schiffswrack. Das Schiffswrack ist riesig und total verrostet, was absolut nicht verwunderlich ist, da es bereits seit über 30 Jahren im Wasser liegt. Viele Besucher klettern auch auf das Schiffwracks, um herunterzuspringen. Ob das so ungefährlich ist, sei mal dahingestellt. Stellt euch beim Erkunden des Schiffwracks jedoch auf viele Menschen ein, denn die Sehenswürdigkeit ist über die Jahre sicher nicht weniger attraktiv geworden. 

Cartagena – das Juwel an der Karibikküste 

Cartagena war unser letzter Stopp, bevor sich unsere Wege trennten. Denn für mich ging es von dort weiter nach New York City und meine Reisebegleitung flog zurück nach Deutschland. Als Unterkunft suchten wir uns das Viajero Hostel Cartagena aus und blieben für 49 € zwei Nächte. 

Nach Ankunft empfehle ich dir auch hier eine Free Walking Tour oder lass dich einfach durch Cartagena treiben. Hierzu sei gesagt, dass die meisten, die von Cartagena sprechen, nicht das neuere Zentrum meinen, sondern vom „Centro Historico“ sprechen. Das „Centro Historico“ liegt versteckt hinter einer rund 12 km langen historischen Stadtmauer. Spätestens, wenn du in der Altstadt unterwegs warst, weißt du, warum Cartagena zu einem der Highlights Kolumbiens gehört. Die Altstadt Cartagenas ist sogar ein UNESCO-Weltkulturerbe und besteht aus vielen kleinen Gassen und bunten Häusern. Daher kann ich es gar nicht oft genug sagen, lass dich einfach treiben und tauche ab in das Getümmel der Stadt. 

Falls du aber doch einige Sehenswürdigkeiten gezielt anlaufen möchtest, folgen hier meine Tipps: 
  1. Castillo de San Felipe de Barajas: Diese Festung thront etwas außerhalb der Altstadt und du kannst sie eigentlich gar nicht übersehen. Sie ist die größte Festung, die von Spaniern jemals in ihren Kolonien erbaut wurde. Zwischen Februar und November ist der Eintritt am letzten Sonntag des Monats umsonst.
  2. Plaza de la Aduana: Bei dem Plaza de la Aduana handelt es sich um den größten und ältesten Platz der Altstadt. Inmitten des Platzes findest du die Christoph Kolumbus Statue. 
  3. Schaue den Sonnenuntergang auf der Stadtmauer. Dabei wirst du definitiv nicht alleine sein, aber dennoch sind die meisten Sonnenuntergänge in Kolumbien (und sowieso weltweit) es wert genossen zu werden. 
  4. Getsemani Viertel: Getsemani war einst ein verrufenes Viertel. Inzwischen ist es aufgrund cooler Streetart und vieler hipper Restaurants und Bars zu einem Hotspot geworden. 
Ich hoffe, dass du nach meinem Reisebericht nun auch richtig Lust auf eine Reise durch Kolumbien hast. Ich würde jederzeit wieder hinfliegen und kann nicht oft genug sagen, wie sehr sich eine Reise nach Kolumbien lohnt. Die Vielfalt, die du durch die weißen Strände, wunderschönen Kolonialstädten, aufgeschlossenen Einheimischen und einer so abwechslungsreichen Tier- und Pflanzenwelt erlebst, ist wirklich unvergesslich. 

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