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Israel Rundreise: Tipps, Empfehlungen und Reiseroute

Eine Reise nach Israel ist ein einzigartiges Erlebnis. Dafür musst du keineswegs gläubig sein, um von den vielen Städten des „Gelobten Landes“ in den Bann gezogen zu werden. Denn Israel ist definitiv mehr als Jesus und die Bibel. Zwischen Tradition und Moderne, Bergen, Wüste und Strand gibt es so viel zu entdecken. 

Als es drei Freundinnen und mich 2014 für 10 Tage nach Israel zog, schüttelten die meisten unserer Bekannten nur mit dem Kopf. Wie konnten wir nur nach Israel fliegen und dann auch noch das Land mit einem Mietwagen und ohne Tour oder Guide erkunden?! Es sei doch viel zu riskant und unsicher, mussten wir uns oftmals anhören. 

Warum sich eine Reise nach Israel lohnt? 

Der Nahe Osten ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, doch Israel war für mich eines der spannendsten Länder, in denen ich bisher war. Gerade durch die Medien bekommt man eigentlich nur Negatives vom Land mit. Seien es Berichte über Raketenangriffe, den Gaza-Streifen oder Bomben, etwas Positives über Israel zu hören ist eher eine Seltenheit. Zum Glück haben wir den Roadtrip durch Israel trotz allen Vorurteilen gewagt. 

Israel ist neben den Berichten in den Medien ein Land, das vor Geschichte und Kultur nur so strotzt. Dazu kommt die unglaublich abwechslungsreiche Landschaft. Über das Tote Meer, die Wüste und Berge bis hin zu den Stränden gibt es viel zu entdecken! Zudem ist Israel ein hoch entwickelter Industriestaat und bietet im Nahen Osten den höchsten Lebensstandard. 

Wie du merkst bin ich total begeistert von Israel, denn das Land ist voller Abendteuer und erweitert deinen Horizont. 

Anreise | Flug nach Israel

Um deine Rundreise in Israel zu starten, musst du natürlich erst einmal ins Land kommen. Von Deutschland kommst du recht günstig nach Israel. Du kannst zum Beispiel mit einer Low-Cost Airline schon für um die 50 € hin und zurück fliegen. Mit „besseren“ Airlines, wie z.B. Turkish Airlines, kommst du meist für unter 200 € hin und zurück. Hier lohnt es sich definitiv die Flugpreise zu vergleichen. Das mache ich immer über Opodo.

Von Deutschland kannst du nicht nur in der Hauptstadt Tel Aviv landen, sondern auch in Eliat/Ovda (im Süden des Landes). In Tel Aviv bist du von Berlin in ca. 4 – 4,5 Stunden, in Eliat in 4,5 Stunden. 

Visum | Einreise Israel

Für deine Rundreise durch Israel benötigst du kein Visum. Du bekommst bei Einreise am Flughafen in Tel Aviv eine Aufenthaltsgenehmigung von maximal 3 Monaten. Dein Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Warst du vor der Einreise in Israel im Iran oder arabischen Staaten und hast dementsprechend Stempel von den Ländern im Reisepass, musst du dich ggf. einer Sicherheitsbefragung von israelischen Sicherheitskräften unterziehen. Aber auch, wenn du nicht in arabischen Ländern warst, wirst du bei Einreise meist mit Fragen durchlöchert. Das ist allerdings Routine und liegt dann nicht an dir, also mach dir keine Sorgen, falls du verhältnismäßig viele Fragen gestellt bekommst. 

Für die Abreise solltest du unbedingt mehr Zeit am Flughafen einplanen. Die Sicherheitsprüfungen des Gepäcks sind hier sehr aufwendig und umfangreich. Meine Tasche wurde beispielsweise 3x kontrolliert und ich musste diese jedes Mal öffnen und auspacken. Eine weitere Besonderheit betrifft den Stempel in deinem Reisepass bei Ein- und Ausreise: den gibt es nämlich nicht. Stattdessen bekommst du bei der Einreise eine Karte, die du während deiner Reise gut aufbewahren solltest, da du diese bei der Ausreise wieder vorzeigen musst 

Was kostet eine Rundreise durch Israel?

In Israel wird mit Schekel bezahlt. Zu unserem Reisezeitpunkt waren 1€ = 4,7 Schekel. Die Preise in Israel sind vergleichbar mit denen aus Deutschland. Auch in Israel kommt es, wie bei jeder anderen Reise auch, darauf an, wie du reist. Du kannst dir teure Unterkünfte leisten oder mit einem Budget reisen. So oder so solltest du dich darauf einstellen, dass eine Reise durch Israel deutlich teurer wird, als eine Reise in Asien – wenn die Flüge einmal außer acht gelassen werden und wir uns nur die Kosten vor Ort anschauen. Ganz gleich jedoch, was du ausgibst, die Reise wird jeden Cent wert sein. 

Wie bereits erwähnt, kannst du schon für um die 50 € nach Israel fliegen. Ein einfaches Zimmer kannst du für rund 30 € pro Nacht bekommen. Möchtest du ein moderneres, schickeres Zimmer, gehen die Preise deutlich nach oben. Schaue hier auch unbedingt mal bei AirBnB nach Zimmern. Teilweise kannst du hier wirklich gute Angebote für schöne Unterkünfte finden.

Wir wollten bei unserem Roadtrip flexibel sein und buchten daher einen Mietwagen. Gefunden haben wir diesen bei billiger-mietwagen.de. Für 10 Tage haben wir rund 120 € für den Mietwagen inklusive Vollkasko und ohne Selbstbeteiligung gezahlt. Da wir zu viert waren, ist der Preis für den Mietwagen natürlich nochmal erschwinglicher als alleine.  

Für Verpflegung kannst du pro Tag rund 20 – 30 € rechnen, wenn du dich nicht komplett selbst verpflegen möchtest. Hier kommt es jedoch auch immer darauf an, in welchen Restaurants du isst, ob du in Supermärkten oder eher an Kiosken einkaufst oder wie viele Mahlzeiten du benötigst.  

Wann sollte ich nach Israel reisen? 

In den Monaten April bis Oktober herrschen ideale Wetterbedingungen für einen Aktiv- oder Badeurlaub. Daher gelten diese Monate auch als die ideale Reisezeit. 

Innerhalb des Landes gibt es dennoch Temperaturunterschiede. Während es am Roten Meer im Süden des Landes deutlich wärmer ist als an der Mittelmeerküste in Tel Aviv, können die Sommer im Norden mit 40 Grad Celsius sehr heiß werden. Im Sommer nehmen auch die Luftfeuchtigkeit und Winde zu. Im Winter fallen die Temperaturen aber gerne auch auf um die 10 Grad Celsius. 

Da der Süden eher von einer subtropischen Trockenheit geprägt ist, ist es hier im Sommer deutlich angenehmer als im heißen Norden. Im Süden regnet es auch deutlich seltener als im Norden. 

Ich empfehle dir im Frühling oder Herbst nach Israel zu reisen. Zu diesen Jahreszeiten ist es warm genug, um im Toten Meer oder Mittelmeer zu baden, aber auch nicht zu heiß für Erkundungen der Städte. 

Wie viel Zeit sollte ich einplanen? 

Wie bei jeder Reise, hängt die Reisedauer natürlich von der Route ab. Ich kann dir allerdings empfehlen mindestens 10 Tage durch Israel zu reisen. Innerhalb einer Woche wirst du das abwechslungsreiche Land nicht gut genug erkunden können. Zudem wäre eine Woche vermutlich sehr stressig, wenn du alles sehen möchtest. Natürlich siehst du auch in 10 Tagen nicht das ganze Land – du bekommst jedoch einen sehr guten Eindruck und kannst viele Orte entspannt entdecken. 

Unsere Route durch Israel

Tel Aviv – Jerusalem – Jericho (Totes Meer) – Nazareth – Tiberias am See Genezareth – Tel Aviv 

Ich empfand unsere Reiseroute durch Israel als ideale Wahl! Wir sind in Tel Aviv gestartet und da wir auch von dort wieder nach Deutschland flogen, endete unsere Rundreise auch dort. Von Tel Aviv ging es zu Beginn direkt nach Abholen des Mietwagens nach Jerusalem, wo wir zwei Nächte blieben. Jerusalem solltest du auf keinen Fall auslassen, da sich hier die verschiedenen Kulturen und Religionen vermischen. Nimm dir Zeit für die einzigartige Altstadt – hier gibt es so viel zu entdecken! Achte bei deiner Unterkunftswahl in Jerusalem darauf, ob die Unterkunft in der „Old City“ oder „New City“ gelegen ist. Wir hatten uns vor Anfahrt zu unserer Unterkunft nicht informiert und haben die Straße der Unterkunft zuerst in der „New City“ gesucht, obwohl es in der „Old City“ lag.  In Jerusalem kannst du definitiv länger als 2 Nächte verbringen, denn es gibt jede Menge zu sehen. 

Von Jerusalem ging es nach Jericho und ans Tote Meer. In Jericho wollten wir zum St. Georg Kloster. Wir brauchten eine Weile, bis wir es gefunden haben und zu unserem Leid war es auch noch geschlossen. Die Fahrt dorthin hat sich dennoch sehr gelohnt, da die Natur atemberaubend schön ist und auch von außen ist das St. Georg Kloster schön anzuschauen, da es direkt in die Felsen gebaut ist. Von Jericho fuhren wir für einen Tagesausflug zum Toten Meer. Schon Wahnsinn, dass der Salzgehalt so hoch ist, dass du tatsächlich oben schwimmst, ohne dich zu bewegen. Zu Beginn traute ich dem Ganzen nicht, aber nach einiger Eingewöhnungszeit war es richtig angenehm, sich treiben zu lassen. 

Richtung Norden

Auf dem Weg von Jericho nach Nazareth hielten wir noch im Nationalpark Bet She’an. Der Nationalpark erstreckt sich über 160 Hektar und schließt an die antike Stadt Bet She’an – Skythipolis an. Hier werden seit den 20er Jahren zahlreiche archäologische Ausgrabungen durchgeführt, welche bis heute andauern. 

In Nazareth angekommen, lassen wir uns erstmal treiben. Nazareth selbst ist schon lange kein beschauliches Dorf mehr. Vielmehr ist es inzwischen die größte arabische Stadt Israels, mit engen und verwinkelten Gassen, vielen Staus und Touristenbussen. In Nazareth findest du die Verkündigungskirche, die Josephkirche, die griechisch-orthodoxe Verkündigungskirche, Marienbrunnen und viele weitere Sehenswürdigkeiten.  

Weiter ging es nach Tiberias. Die Stadt liegt direkt am See Genezareth. Der See Genezareth ist mit seinen 212 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefst gelegenste Süßwassersee der Erde. Wir spazieren ein wenig an der Promenade entlang und genießen die Aussicht auf den tiefblauen See. Anschließend ging es zurück nach Tel Aviv, wo wir die letzten 3 Nächte verbrachten. Wir hatten uns entschieden, via Couchsurfing bei zwei Israelis zu übernachten. Dadurch lernten wir nicht nur etwas über die Kultur der Israelis aus erster Hand, sondern bekamen auch viele gute Tipps für unser Erkundungstour durch Tel Aviv. 

Tel Aviv

Tel Aviv ist lebendig, pulsierend, hipp, urban und selbstbewusst. Es treffen Wolkenkratzer und Strand aufeinander und es ist wohl eine der modernsten Metropolen im Nahen Osten. Hier merkt man gar nicht, dass der Krieg so nah ist. 

Viele Sehenswürdigkeiten hat Tel Aviv nicht zu bieten, dafür aber eine so tolle lebenslustige Energie. Es gibt einige Viertel mit Streetart, eine lange Standpromenade, grüne Parkanlagen, Boutiquen und etliche Bars. Möchtest du den Gegenpart zum modernen und hippen Tel Aviv sehen, solltest du einen Abstecher nach Jaffa machen. Jaffa gilt als Altstadt von Tel Aviv. Hier findest du statt Hochhäuser charmante Häuser und kleine Gassen. 

Wie sicher ist eine Rundreise durch Israel?

Glaubst du den Medien, wirst du sicher nicht nach Israel reisen. Den Konflikt und die negativen Schlagzeilen der Region kann man natürlich nicht beschönigen, aber dennoch wirst du auf deiner Reise davon herzlich wenig mitbekommen. Die Israelis sind sehr freundlich und hilfsbereit. Auch die Taschendiebstähle sind im Vergleich zu Europa sehr gering. 

Unser Reisezeitraum im März 2014 war sicher nicht der Beste, aber wir haben uns zu keiner Zeit unwohl oder unsicher gefühlt. Woran du dich definitiv gewöhnen solltest, ist der Anblick von Soldaten/innen mit Maschinengewehren. Für gewöhnlich sorgt das natürlich erstmal für ein mulmiges Gefühl. Allerdings herrscht auch ein so hohes Aufkommen von Soldaten/innen, weil Männer und Frauen in Israel 2-3 Jahre Präsenzdienst leisten müssen. In den letzten 60 Jahren ist, meiner Recherche nach, keinem Touristen etwas zugestoßen und Israel wird generell auch als ein sehr sicheres Reiseland für Touristen eingeschätzt. Du kannst also mit gutem Gewissen Israel auch auf eigene Faust bereisen. Dennoch solltest du dich auf jeden Fall vor deiner Reise nach Israel auf der Seite des Auswärtigen Amts über die Lage informieren. 

Was du bei deiner Reise nach Israel beachten solltest? 

Auch in Israel gibt es einige Benimmregeln, die du einhalten solltest. Generell verhält man sich Frauen gegenüber eher zurückhaltend und Freizügigkeit ist auch eher unangebracht. Vor allem aber an heiligen Orten, wie z.B. Moscheen, Synagogen und Kirchen, solltest du auf die Bekleidungsvorschriften achten: Kurze Kleider, kurze Röcke und kurze Hosen sind nicht erlaubt und auch die Schultern sollten bedeckt sein. Männer müssen in Synagogen und an der Klagemauer eine Kopfbedeckung tragen, in Kirchen jedoch nicht. In Moscheen werden am Eingang die Schuhe ausgezogen. 

Neben der passenden Kleidung solltest du darauf achten keine Fotos von militärischen und staatlichen Einrichtungen zu machen – dazu zählen auch Polizeistationen. In Gesprächen solltest du den Nahost-Konflikt lieber meiden und auch nicht unbedingt über den 2. Weltkrieg diskutieren bzw. dich hierzu maximal neutral äußern. 

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