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Amerika, Travel

3 Wochen im Norden Costa Ricas

Seit ich klein bin, liebe ich das Meer und den Sommer und das wird sich sicher auch nicht so schnell ändern. Deshalb habe ich die letzten Jahre immer spätestens im Februar/März reißaus genommen und bin ins Warme geflogen. Am liebsten in ein Land, welches neben Temperaturen an die 30 Grad, Sonne und Strand auch exotisch einiges zu bieten hat. So fiel auch 2020 die Wahl auf ein Land, welches sowohl Sonne, Strand und Meer, als auch Regenwald, Vulkane und Wanderungen bereithält. 3 Wochen verbrachten eine Freundin und ich im Norden Costa Ricas, wobei der Hauptgrund des Reisezieles im Wellenreiten lag. Schnell entschieden wir uns für eine Reiseroute, die uns erst durch einen Teil des Inlands und anschließend an die Pazifikküste führte.  

Hard Facts – Costa Rica

Costa Rica gehört zu Mittelamerika und grenzt im Norden an Nicaragua und im Süden an Panama. Der internationale Flughafen in San José, welches auch gleichzeitig die Hauptstadt Costa Ricas ist, bietet den idealen Ausgangspunkt für den Reisestart. Seid ihr erst einmal dem Großstadtdschungel entkommen, findet ihr eine atemberaubende Landschaft mit sehr offenen und freundlichen Einheimischen. Costa Rica bietet für jeden, außer Winterliebhaber, etwas: unberührte Natur, exotische Tierwelt, tolle Spots zum Surfen, endlose und verlassene Strände und die Karibikküste, die zum Verweilen und entspannen einlädt. 

Anreise | Flug

Der Zeitunterschied zu Costa Rica beträgt je nachdem ob Sommer- oder Winterzeit in Europa ist, 7 oder 8 Stunden. Im Normalfall ist man je nach Verbindung ca. 18-19h unterwegs. Der Hinflug hat bei uns etwas länger gedauert, da wir von Berlin, über Frankfurt und Toronto, nach San José geflogen sind. Der Rückflug ging dafür um einiges schneller, da wir den Direktflug von San José nach Frankfurt gebucht hatten und dann lediglich noch eine knappe Stunde von Frankfurt nach Berlin geflogen sind. Unsere Flüge haben 950€/Person gekostet. Wenn ihr rechtzeitig bucht und ein gutes Angebot ergattert, kommt ihr sicher weitaus günstiger weg als wir. Geflogen sind wir mit Lufthansa und Canadian Airline. Beide Fluggesellschaften kann ich auf jeden Fall sehr empfehlen. Gerade Lufthasen bietet einen Service, den ich so schnell nicht mehr missen möchte: Premium Economy. Der Aufpreis dafür lohnt sich wirklich, da ihr bereits hier mehr Platz habt, als in der normalen Economy-Class. Wir hatten die Premium Economy-Class unwissend gebucht und uns im Flugzeug dafür umso mehr gefreut. Gebucht haben wir die Flüge über Opodo.

Visum | Einreise Costa Rica

Ein Visum für die Einreise in Costa Rica benötigt ihr nicht, außer ihr wollt mehr als 90 Tage dort verbringen. Achtung: Wenn ihr über Kanada fliegt, benötigt ihr ein Visum (Eta), auch wenn ihr nur am Flughafen das Flugzeug wechselt. Das Eta kostet 7$ (Stand Februar 2020). Keinen Antrag für ein Visum stellen zu müssen, erleichtert auf jeden Fall die Einreise und macht auch eine spontane Einreise weitaus attraktiver.

Costa Rica Ausreise

Bei der Ausreise aus Costa Rica müsst ihr eine Gebühr zahlen. Diese war bei unserem Flugticket bereits inkludiert. Informiert euch vorher bei welchen Fluggesellschaften das ebenfalls der Fall ist, damit ihr nicht, wie wir, am Flughafen mehrmals nachfragt, wo denn die Ausreisegebühr gezahlt werden muss. 

Transport

Vor Ort habt ihr die Möglichkeit euch ein eigenes Auto zu mieten. Dies ist insofern sinnvoll, wenn ihr das nötige Budget zur Verfügung habt, oder eine kleine Gruppe seid. Wir haben uns dagegen entschieden, da wir die letzte Woche in einem Surfcamp verbringen wollten und 75$/Tag, wenn das Auto eine Woche nur steht, etwas das Budget gesprengt hätten. Ohne Mietwagen kommt ihr jedoch auch super von Ort zu Ort. Die öffentlichen Busse kosten meist nicht viel (≈ 3-4€/Fahrt). In Costa Rica zahlt man immer für die gesamte Strecke, auch wenn man mit dem Bus nur einen Teil der Strecke fährt. Für bestimmte Strecken kann auch ein Shuttle gebucht werden. Die Shuttles sind kleine Busse (ca. 6-10 Sitzplätze), die die beliebten Strecken von Touristen entlangfahren. Die Shuttle-Preise beginnen meist bei 50$/Person. Falls ihr in Großstädten unterwegs seid, könnt ihr euch auch über die App Uber ein Taxi bestellen. 

Kosten

Ein Thema, nachdem ich auch öfter gefragt werde und das natürlich bei der Reiseplanung nicht außer Acht gelassen werden sollte. Costa Rica ist ein verhältnismäßig teures Land – wenn nicht sogar eins der teuersten in ganz Zentralamerika. Wir hatten bereits nach 1 ½ Wochen unsere Budgetgrenze erreicht. Man liest zwar immer, dass Costa Rica teuer ist, worauf wir uns auch eingestellt hatten, aber es war dann doch nochmal eine Ecke teurer als erwartet. Wir haben immer in Doppelzimmern geschlafen, welche meist in Hostels waren (lowbudget). Die Preise für Doppelzimmer fangen im Schnitt bei 25$ pro Person und pro Nacht an. Öffentliche Busse liegen bei 3-4€ pro Fahrt, Shuttles bei 50$ pro Fahrt und bei Mahlzeiten kann man 15$ pro Mahlzeit rechnen. Einkaufen in Supermärkten ist preiswerter, als Essen zu gehen. Jedoch kommt es hier auch stark darauf an, was man einkauft. Die Nationalparks, die wir uns rausgesucht hatten, fingen im Schnitt bei 35$ pro Person an. Insgesamt habe ich für 3 Wochen knapp 3000€ ausgegeben. Auch wenn das sehr viel Geld ist, war die Reise jeden Cent wert! 

Unsere Reiseroute sah wie folgt aus: 

  • Woche 1: Alajuela, La Fortuna, Monteverde / Santa Elena
  • Woche 2:  Sámara und Santa Teresa
  • Woche 3: Surfcamp Playa Hermosa in Santa Teresa  

Woche 1: Alajuela, La Fortuna, Santa Elena

Die erste Woche verbrachten wir nördlich von San José. In dieser Region liegen einige Vulkane, viele Wasserfälle und die Nebenwaldregion um Monteverde. Wir starteten unsere Reise in Alajuela bei 16 Grad, Regen und teils sehr windigen Wetterverhältnissen. Alajuela ist ein kleiner Ort, welcher sehr nach am internationalen Flughafen ist. Daher bietet sich hier der Start für die Reise durch Costa Rica an. Vom Flughafen zu unserem Hotel in Alajuela haben wir 8$ gezahlt. In Alajuela war unsere erste Anlaufstelle der Vulkan Poás. Am Eingang erfuhren wir, dass der Krater des Vulkans aufgrund des schlechten Wetters (Regen und Nebel) nicht zu sehen sei und wir entschieden uns gegen einen 20-minütigen Fußmarsch zum Vulkan. Stattdessen fuhren wir zum Wasserfall La Paz, welcher in einer Art botanischen Garten liegt. Außer mehreren Wasserfällen bietet der botanische Garten noch ein Schmetterlingshaus, eine Vielzahl an exotischen Vogelarten und ein Reptilien- und Affenhaus. Da wir, ohne groß darüber nachzudenken, direkt durch den Eingang spazierten, mussten wir keinen Eintritt zahlen und waren, ohne es mitzubekommen, schon im botanischen Garten. Natürlich freuten wir uns sehr darüber, da wir bei strömendem Regen wohl keine 49$ gezahlt hätten. Anschließend fuhren wir zum Mittagessen in ein Restaurant (Galerá de colibries y Soda Cinchona), welches bei gutem Wetter eine perfekte Aussicht auf den Wasserfall bietet. 

Weiter gehts nach La Fortuna

Von Alajuela fuhren wir mit einem öffentlichen Bus nach La Fortuna, wo wir die nächsten zwei Nächte verbrachten. Auch diesen Ort steuerten wir mit der Hoffnung an, einen der Vulkane in Costa Rica sehen zu können. Doch auch hier vergebens. Die Wolken hingen zu tief und wir konnten an keinem der 3 Tage einen Blick auf den Vulkan erhaschen. Somit fiel uns die Entscheidung leicht und wir buchten eine Tour zum Rio Celeste Wasserfall, bei dem das Wasser aufgrund von einer chemischen Reaktion türkis sein soll. In teils strömendem Regen liefen wir zum Wasserfall und sahen nicht wirklich etwas von den Tieren, die sich normalerweise dort tummeln, und auch das Wasser war nicht türkis, da dies nur bei gutem Wetter der Fall ist. Dennoch war die Wanderung, entgegen so manchen Meinungen auf anderen Reiseblogs, nicht sonderlich anstrengend und der Wasserfall war die Wanderung auch im Regen auf jeden Fall wert.  

Von La Fortuna nach Monteverde

Die Region Moneteverde und so auch der Ort Santa Elena sind das Anlaufsziel für den Nebelwald. Für die Anfahrt von La Fortuna entschieden wir uns für einen Shuttle, der die Fährfahrt über den See inkludierte. Das Wetter war in Monteverde deutlich besser, als in Alajuela und La Fortuna, wenn auch gleich sehr viel windiger. Wie ihr sicher spätestens hier merkt, benötigt ihr für Costa Rica definitiv eine gute Regen- und Windjacke! In Santa Elena genossen wir das erste Mal seit Start unserer Reise die Sonne, bevor es am nächsten Tag zum Nebelwald ging, indem die meterlangen hängenden Brücken zu finden sind. Wir gingen auf eigene Faust durch den Nebelwald, wenngleich wir dadurch keine Tiere gesehen haben. Wer also auch Tiere sehen möchte, sollte sich ggf. einen Guide nehmen oder mehr Geduld mitbringen, als wir. Spätestens beim Überqueren der Hängebrücken bemerkten wir, wie viele verschiedene Grüntöne die Natur zu bieten hat und wie grün Costa Rica wohl während der Regenzeit sein wird. Allein deswegen ist es eine Überlegung wert, Costa Rica während der Regenzeit, und nicht so wie wir in der Trockenzeit, zu bereisen. Meine Freundin hatte auch noch eine „Nachttour“ (18-20 Uhr) gebucht, auf der sie neben einem Faultier auch eine Schlange und eine Tarantel gesehen hat. Die Nachttour ist also definitiv für diejenigen unter euch zu empfehlen, die nicht wie ich eine (Schlangen-)Phobie haben.  

Unsere Unterkünfte
  • Alajuela, Hotel Cortez Azul: Ein familiengeführtes Hotel – wobei ich es eher als Guesthouse oder Hostel bezeichnen würde. Die Familie ist sehr nett und super hilfsbereit. Half uns unter anderem beim Organisieren von einer Tagestour und war auch sonst immer für einen kleinen Plausch zu haben, bevorzugt auf spanisch. 
  • La Fortuna, Arenal Hostel Resort: Ein Hostel Resort mit kleinem Pool, Willkommensgetränk und schlicht eingerichteten Zimmern. Während wir dort waren, gab es ein 2 für 1 Massage-Angebot. Die Massage entpuppte sich als die beste Massage seit langem. Definitiv empfehlenswert, auch wenn ihr eventuell woanders übernachtet. 
  • Santa Elena in Monteverde, Hotel Santa Fe B&B: Wir hatten etwas Pech mit dem Zimmer, da es im 2. Stock lag und dadurch der Wind sehr laut war. Davon abgesehen hatte das Hotel eine gute Lage und ist geführt von einer sehr freundlichen Familie. Gutes Frühstück ist mit inbegriffen und Touren können auch organisiert werden.

Woche 2: Sámara und Santa Teresa

Mit dem öffentlichen Bus, besser gesagt mit 3 öffentlichen Bussen und einem Taxi, ging es von Santa Elena an die Pazifikküste. Wir freuten uns so sehr auf wärmere Temperaturen und den Strand, dass uns die mehrstündige Anreise nichts ausmachte. Von regnerischen 15/16 Grad kamen wir wenige Stunden später bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein in Sámara an. Wir checkten in unserem Hostel ein und machten uns direkt auf den Weg zum Strand, aßen was und merkten direkt, wie uns dieser kleine Ort gefiel, wenngleich es auch absolut keine guten Bedingungen zum Surfen waren. So verliefen die nächsten Tage sehr ruhig, mit ausgiebigen Stunden am Strand, baden im Meer, trinken von Smoothies und einer Tagestour zum Nachbarstrand. Zum Strand Carillo gelangt man super leicht mit dem Bus von Sámara, wenn man denn die richtige Uhrzeit gesagt bekommt. Da wir zur falschen Zeit an der Bushaltestelle waren, trampten wir für die 15 minütige Fahrt und auch den Rückweg entschieden wir uns, den Daumen rauszuhalten und hatten beide Male Glück. Der Strand Carillo ist im Vergleich zum Strand Sámara von Einheimischen und nicht von vielen Touristen besucht. Wir waren an einem Sonntag dort, weshalb es etwas voller war, jedoch immer noch weitaus leerer und entspannter, als der Strand in Sámara. Solltet ihr an einem anderen Wochentag zum Strand Carillo fahren, habt ihr ihn zu großer Wahrscheinlichkeit fast für euch allein. Wir trafen noch ein älteres Ehepaar, welches uns ein Resort mit Infinity-Pool zeigte. Wir blieben etwas dort und genossen den Ausblick. Den Namen des Resorts findet ihr in der Übersicht unserer Unterkünfte, auch wenn wir dort nicht übernachtet haben. 

Von Samara nach Santa Teresa:

Von Sámara nahmen wir einen Shuttle nach Santa Teresa. Obwohl die Orte nur 75 km auseinander liegen, gibt es keine direkte, öffentliche Busverbindung dorthin. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln müsste man wohl 3 Busse und 2 Fähren nehmen, weshalb wir uns erneut für einen Shuttle entschieden. 

In Santa Teresa angekommen, merkten wir direkt, warum alle immer vom kleinen Bali sprechen. Auch hier ist der Surfer-Vibe sehr stark zu spüren und es wimmelt nur so vor Surfern und hippen Cafés. Das einzige was mir wirklich unangenehm aufgefallen ist, ist, dass in Santa Teresa 90% der Bewohner und Reisenden einen ATV fahren und das den Ort nur dreckiger und lauter macht. Daher entschieden wir uns gegen einen ATV und liehen uns Fahrräder. Wir verbrachten die Tage am Strand, genossen das gute Essen und starteten unsere erste Surfsession. Santa Teresa hat mehrere Surf-Spots, wo für jedes Level etwas dabei ist. Kein Wunder, dass Santa Teresa die Anlaufstelle für Surfer an der Pazifikküste ist. 

Unsere Unterkünfte
  • Hotel Sámara: Ein Hostel, welches sowohl Dorms als auch Doppelzimmer anbietet und zwei nette Mädels, die rund um die Uhr für Fragen zur Verfügung stehen.
  • Hostel Cabinas Playa: Dieses Hostel ist liegt direkt bei einem der vielen Strandaufgänge in Santa Teresa, bietet mehrere Dorms und ein Doppelzimmer und neben einem Pool und einem großen Aufenthaltsbereich auch super Personal und eine ausreichend große Küche zum Kochen. 
  • AirBnB Nambu Beachfront Bungalows: mit dem folgenden Link könnt ihr euch 40€ Anmeldebonus sichern.

Woche 3: Playa Hermosa, Surfcamp Zopilote

Die dritte und letzte Woche verbrachten wir im Surfcamp Zopilote am Playa Hermosa. Vorsicht: es gibt mehrere Playa Hermosa in Costa Rica. Wir waren bei dem, welcher sich am unteren Zipfel von der Nicoya Halbinsel befindet – also nicht unweit von Santa Teresa entfernt. 

Bereits von Deutschland aus hatten wir das Premium Package des Surfcamps gebucht. Wir wollten auf dieser Reise nicht nur selbstständig surfen, sondern auch durch die Hilfe eines Surflehrers unsere Technik verbessern. Im Premium Package sind 4x2h Surfunterricht, sowohl Frühstück und Abendessen, ein Surfboard für die gesamte Woche, Unterkunft und Trinkwasser inklusive. Da Playa Hermosa außer dem Strand und einem kleinen Supermarkt nicht viel zu bieten hat, surften wir mehrmals am Tag und genossen sonst unsere letzte Woche im Pool, der Hängematte oder bei einem Strandspaziergang. Wenn ihr nicht gerade ein Surfcamp in Playa Hermosa gebucht habt, würde ich euch empfehlen in Santa Teresa zu übernachten. Ihr könnt dann lieber, je nach Surfbedingungen, nach Playa Hermosa fahren, da die beiden Orte/Strände nur gut 15-20 min mit dem Auto auseinander liegen. 

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